Über uns - unsere Geschichte

Im Februar 2019 habe ich im Internet nach Müllsammelaktionen von „Fridays For Future“ gesucht. Mir gingen die ständigen Beleidigungen gegenüber dieser Initiative auf den Keks und vor allem störte mich die immer wiederkehrende Aussage „Die sollen doch lieber Müll sammeln anstatt zu demonstrieren“ sehr. Während dieser Recherchen bin auch auf das Cleanupnetwork gestoßen und las zum ersten mal in meinem Leben das Wort „Müllblindheit“.
Dieses Wort ließ mich nicht mehr los. Bei Spaziergängen fiel mir dann immer öfter auf, wieviel Müll in der Natur rumliegt. Fortan informierte ich mich über das Problem „Müll in der Natur“ und am 23. März 2019 habe ich auf halber Strecke zum Rastplatz am Kalten Wangen angehalten und fing an, herumliegenden Müll einzusammeln. Schnell waren die mitgebrachten Taschen voll und ich war schockiert darüber, welche Menge noch immer dort herumlag. Der ganze Abhang zum Netzbächle hinunter war übersäht mit Abfällen, die zum Teil schon von Wildtieren angeknabbert wurden. Ich war stinksauer und regte mich fürchterlich über diese Sauerei auf, weshalb ich ein paar Tage später nochmal dorthin fuhr und den restlichen Müll eingesammelt habe

Das war mein erster Cleanup und ich war schweißgebadet aber ich fühlte mich großartig! Ich war stolz darauf, wie sauber es nun war und freute mich darüber, dass sich Tiere nicht mehr daran verletzten oder vergiften können.
Mit diesem Gefühl ging ich nach Hause und merkte, wie gut es tut, einfach zu handeln anstatt zu meckern.
Von da an ging ich immer wieder raus in die Natur und sammelte Müll. Anfangs noch etwas versteckt und voller Scham aber das änderte sich schnell. Ich drehte gedanklich den Spieß einfach um, denn man muss sich nicht schämen, wenn man Müll sammelt. Ganz im Gegenteil! Man befreit die Natur von Müll!
Eines schönen Tages, während einer Müllsammelrunde traf ich den Förster und Gemeinderatsmitglied Michael Albrecht. Hocherfreut über meine Aktion konnte ich mit seiner Hilfe erreichen, dass ich künftig den gesammelten Müll beim Bauhof der Gemeinde abgeben kann.

Zum Neujahrsempfang am 12.01.2020 bekam ich von Bürgermeister Ozan Topcuogullari eine Ehrung mit Dank und Anerkennung für mein Engagement im Umweltschutz und der Beseitigung des in der freien Natur gefundenen Mülls.

Zeitgleich habe ich mich dazu entschlossen die „Klettgau-Cleaners“ zu gründen, ohne zu wissen, ob sich überhaupt jemand finden wird, der sich mit mir gemeinsam engagiert. Am 27. Februar 2020 fuhr ich mit dem Zug nach Zürich, um dort an einem Cleanup der Gruppe „Trash-Hero-Zürich“ teilzunehmen. Gemeinsam mit der weltbekannten Band „Milky Chance“ sammelten wir rund um den Platzspitz entlang von Limmat und Sihl Müll. Ein großartiger Tag mit vielen guten Menschen!

Im Klettgau war ich zwar noch immer allein auf weiter Flur aber nachdem im Hochrhein-Anzeiger ein Artikel über mich und meine Aktionen erschienen ist meldete sich Achim Meyer bei mir und stellte sich als „Bruder im Geiste“ vor. Achim ist schon viele Jahre engagiert im Umwelt- und Naturschutz. Er ist Mitglied von der Naturschutzgruppe der Siedlergemeinschaft Klettgau e.V.
Wir erstellten eine WhatsApp Gruppe und so entstanden von heute auf morgen jede Menge neue Kontakte.

Am 14. März 2020 zogen wir erstmals in einer Gruppe los und säuberten den Straßenrand an der L 163 von Grießen nach Riedern am Sand. Zu fünft konnten wir 1.450 Zigarettenkippen und 25 Kg Müll einsammeln.

Der Lockdown durch das Corona-Virus am 17.03.2020 machte Gruppen-Cleanups erstmal unmöglich. Auch die jährlich stattfindende Dorfputzete musste abgesagt werden. Kurzentschlossen nahmen wir das Heft in die Hand und organisierten eine Dorfputzete, bei der man alleine oder mit der Familie los ging, um in unserer Gemeinde Müll zu sammeln. Diese Aktion wurde gerne angenommen und innerhalb von ein paar Tagen kam so allerhand zusammen. Metallschrott, Autoreifen, Flaschen, Dosen und sonstiger Wohlstandsmüll wurden von ca. 20 Klettgauer*innen in der Natur gefunden.
Es folgten zahlreiche „Single-Cleanups“ und nach den Lockerungen der Corona-Verordnung auch wieder Gruppen-Cleanups. Mal trafen wir uns, um das Einkaufsviertel in Erzingen zu reinigen, mal entlang der Bahnlinie Richtung Schwimmbad oder um Straßenränder zu säubern.

Am offiziellen Rhine-Cleanup haben wir entlang des Rheins vom Kraftwerk in Herdern bis zum Hohentengener Schwimmbad Müll eingesammelt.

Wie jedes Jahr fand am 3. Samstag im September der „World Cleanup Day“ statt. Erstmals bekamen wir Unterstützung von der Waldshuter Ortsgruppe der Fridays-For-Future-Bewegung. Wir trafen uns an der Realschule in Erzingen und machten uns auf den Weg in den Ort und in Richtung Riedern a. S. Entlang der L 163a. Auch an diesem Tag konnten wir wieder jede Menge Müll einsammeln.

Im Herbst 2020 konnten wir bei einer Begehung mit Bürgermeister Topcuogullari erreichen, dass an der Parkbucht in der Nähe der Geißlinger Brücke ein Mülleimer installiert wurde.

Im Herbst 2020 hat unser Gründer und Initiator Radovan Rábl begonnen, sich für den World Cleanup Day zu engagieren und arbeitet ehrenamtlich für diesen weltweiten Aktionstag als Teamleiter Baden-Württemberg.

„Mich fasziniert die Tatsache, dass man an jedem 3ten Samstag im September für 2 Stunden, 1mal im Jahr gemeinsam mit der ganzen Welt die Natur von Müll befreit und dass dieser zivilgesellschaftliche Aktionstag hochprofessionell organsiert wird“, so die Worte von Radovan Rábl.

Das Jahr 2020 endete mit einem kleinen Highlight, da sich der Südwestrundfunk angekündigt hatte, um uns bei der Aktion am 29.12.2020, die unter dem Motto „Jeder/r für sich und doch alle gemeinsam“ stand zu begleiten. Den Beitrag dazu findest du in der Rubrik Presse.

Der Winter stand ganz im Zeichen der Aktion #novembermasken, die von den City Cleaners Germany ins Leben gerufen wurde. Man sammelte deutschlandweit Masken ein, die entweder verlogen gegangen sind oder auch absichtlich in der Natur entsorgt wurden. Allein im November konnte so bundesweit ca. 10.000 Masken eingesammelt und entsorgt werden.

Die Cleanup-Welle schwappte nun auch zu unseren Nachbarn nach Wutöschingen rüber und dort haben sich am 27. März 2021 zahlreiche Freiwillige getroffen und haben mit unserer Unterstützung die Natur von 300kg Müll befreit. Das war die Geburtsstunde der „Wutöschinger Cleaners“.

In Tiengen formierte sich 2021 die Gruppe „Kolping Cleaners“ unter der Federführung von Andreas Otte, um sich dem Problem des Mülls in der Natur anzunehmen. Gemeinsam mit Andreas haben wir auch hier unseren Beitrag geleistet, damit eine solche Gruppe entstehen konnte.

Am 8. Mai 2021 unterstützten wir den FC Hochrhein Hohentengen-Stetten bei einer Dorfputzete in Hohentengen.

Im August 2021 durften wir bei Dreharbeiten von der Konrad-Adenauer-Stiftung für den Tag der Demokratie, der am 15. September stattgefunden hat, vor die Kamera. Der Kurzfilm über „Alltagsheld Rado“ ist in der Mediathek unter https://www.kas.de/de/web/politische-bildung/tag-der-demokratie zu sehen.

Auch am World Cleanup Day 2021 haben wir wieder teilgenommen. Erstmals gemeinsam mit 2 Schulklassen der örtlichen Schulen und insgesamt 118 Mitmacherinnen und Mitmacher haben wir ein Zeichen gesetzt für eine saubere, gesunde und (Plastik-)müllfreie Zukunft. 

Im Sommer / Herbst 2021 haben wir dann dank Unterstützung durch Partyamigo und WT – Tag & Nacht zunächst von Döbele Kunst & Design ein eigenes Logo nach unserem Wunsch und danach auch die Domain und diese Webseite hier erstellt und gesponsert bekommen. Unsere Partner kümmern sich natürlich auch um das Hosting und die technische Wartung der Seite. Vielen Dank für diese Unterstützung unseres ehrenamtlichen Projekts!

Im Herbst 2021 konnten wir aus den Kolping-Cleaners die Gruppe „Klettgau-Cleaners Tiengen“ ins Leben rufen. Andreas Otte ist hier der Ansprechpartner für die Region Tiengen. Sie gehören technisch und organisatorisch zu den Klettgau-Cleaners.

Im Januar 2022 wurden wir von GoVolunteer ausgezeichnet. Ehrenamtliche Projekte helfen unsere Welt besser zu machen. Sie unterstützen Menschen dabei, sich leidenschaftlich, gemeinschaftlich und wirkungsorientiert für unser Zusammenleben zu engagieren. Das Team von GoVolunteer (www.ausgezeichnetes-engagement.de) möchte diese außergewöhnliche Leistung würdigen und sichtbar machen und zeichnet jedes Jahr ehrenamtliche Projekte aus – mit dem Siegel für AUSGEZEICHNETES ENGAGEMENT. Diese Projekte leisten vorbildliche Arbeit mit freiwilligen Helfer:innen.

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